11 einflussreiche Muslime

Kairo. 11 muslimische Politiker, Pioniere, Entertainer und Denker aus allen Teilen der Welt haben es in die Rangliste der 100 einflussreichsten Menschen des Jahres 2008 geschafft, die am Donnerstag, den 1. Mai vom Time-Magazin veröffentlicht wurde. Die nunmehr fünfte Jahresrangliste der Time präsentiert uns Führer und Revolutionäre, Helden und Pioniere, Wissenschaftler und Denker, Künstler und Entertainer, Architekten und Titanen, die alle einen wesentlichen Beitrag zur Gestaltung der Welt geleistet haben.

Malaysias früherer stellvertretender Premierminister und aktueller Oppositionsführer Anwar Ibrahim führt die Muslime an. Er findet sich in der Kategorie ‚Führer und Revolutionäre‘ wieder und steht auf Rang 9. „Der 60-jährige Anwar ist zurück im Zentrum der malaiischen Politik“, kommentiert der frühere stellvertretende US-Verteidigungsminister und Weltbankpräsident Paul Wolfowitz. „Man kann nur hoffen…, dass dieser mutige Führer auch weiterhin eine tragende Rolle auf der Weltbühne spielen wird.“

Auch Iraks mächtiger Schiitenführer Muqtada al-Sadr hielt Einzug in die Kategorie der ‚Führer und Revolutionäre‘ und belegt dort Rang 13. „Der 34-jährige Sadr mobilisiert die schiitischen Massen und kontrolliert dadurch die Stabilität im Südirak“, so General Sanchez, der frühere Kommandeur der US-Truppen im Irak. „Er befindet sich in einer Position, in der er das Weltgeschehen beeinflussen kann.“

In die gleiche Kategorie gelangten pikanterweise sowohl Baitullah Mehsud, Pakistans meistgesuchter Militanter, als auch Ashfaq Kayani, Stabschef des Landes, dessen Aufgabe darin besteht, ihn zu jagen. „In seinem ersten Al-Dschazira-Fernsehinterview im vergangenen Jahr gab Mehsud zu Protokoll, sein höchstes Ziel bestehe darin, New York und London anzugreifen. Und das war nicht nur rein rhetorisch gemeint“, meint der amerikanische Autor Peter Bergen, Verfasser des Buches The Osama bin Laden I Know.

Die Liste der einflussreichsten Menschen der Welt, an deren Spitze in diesem Jahr der Dalai Lama steht, wurde zusammengestellt nach den Vorschlägen von führenden Akademikern aus allen Erdregionen. Die 100 gewählten Persönlichkeiten dürfen von sich behaupten, dass sie die Welt verändern - zum Positiven oder auch zum Negativen.

Sieben weitere Muslime wurden in anderen Kategorien nominiert.

Madeeha Hasan Odhaib, die einzige muslimische Frau auf der Liste, wird als ‚Pionierin und Heldin‘ geführt. Die 37-jährige irakische Aktivistin, die als Mutter Theresa von Bagdad bekannt geworden ist, bemüht sich nach Kräften darum, den vertriebenen Menschen in ihrem Land zu helfen. „Madeeha hat es verdient, in die Liste aufgenommen zu werden, doch gibt es überall im Irak Frauen wie sie, die Hoffnung säen“, versichert die jordanische Königin Rania. „Mit Madeeha zeichnen wir alle mutigen irakischen Frauen aus. Ihre Ausdauer und ihr Einfallsreichtum bergen das Versprechen eines neuen Morgens in sich.“

Eine muslimische Persönlichkeit in der Kategorie ‚Wissenschaftler und Denker‘ ist der amerikanische Herzchirurg und preisgekrönte Buchautor Mehmet Oz. Der 48-jährige Oz verfügt über türkische Wurzeln. Sein Bekanntheitsgrad ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen; amerikanische Medien bezeichnen ihn als Amerikas führenden Arzt.

Mohamed ‚Mo‘ Ibrahim, ein 61-jähriger im Sudan geborener britischer Unternehmer auf dem Feld der Nachrichtentechnik, zählt zu den einflussreichsten ‚Architekten und Titanen‘. Um verantwortliche Staatsführung und entsprechend verantwortliche Institutionen in seinem Heimatkontinent zu belohnen, hat er die ‚Mo Ibrahim Stiftung‘ ins Leben gerufen. Sie bewertet Länder nach der Qualität ihrer Staatsführung.

Khaled Hosseini, ein amerikanischer Romanschriftsteller und Arzt mit afghanischen Wurzeln, dessen Erstlingsroman Drachenläufer ein Bestseller wurde, rangiert auf Platz 66 der Liste. „Nicht vielen Menschen gelingt es, einen erfolgreichen ersten Roman zu verfassen. Noch weniger sind dazu in der Lage, die Welt mit ihren Worten zu verändern. Khaled Hosseini, 43, hat beides geschafft“, so US-First Lady Laura Bush. „In den USA hat Hosseini viele Menschen dazu eingeladen, hinter die Stereotypen seines Heimatlands zu schauen, welche nach dem 11. September entstanden sind. Endlich sehen wir in Afghanistan wieder ein Land von Männern und Frauen mit eigenen Hoffnungen und Sehnsüchten nach Liebe.“

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