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Ist Hizmet eine Bewegung, die Forderungen stellt?

Geschrieben von Muhammed Çetin am . Veröffentlicht in Fragen und Antworten zur Gülen-Bewegung

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Nein. Bewegungen, die Forderungen stellen, versuchen auf diese Weise, die Privilegien einer bestimmten Gruppe zu verteidigen oder einer unterprivilegierten ethnischen, religiösen, sozialen oder politischen Gruppe ein größeres Stück vom ‚Kuchen‘ der öffentlichen Gelder oder anderer Mittel zu sichern. Die Hiz met-Bewegung tut dies nicht, folglich kann ihr nicht vorgeworfen werden, sie stelle Forderungen.

Die Bewegung ruft niemanden dazu auf, sich in den politischen Entscheidungsprozess einzumischen. Sie widersetzt sich nicht der Ideologie des Staates, und sie täuscht auch keine Sympathien oder Vorlieben vor, um sich Zugang zu Entscheidungsträgern zu verschaffen. Mitwirkende in der Bewegung haben dazu beigetragen, dass zuvor unartikulierte Notwendigkeiten wie interkultureller und interreligiöser Dialog und Kooperation zwischen den Zivilisationen (anstelle von Konflikten) auf die Tagesordnung gebracht werden konnten. Doch ihre Bemühungen verletzen nicht die von den geltenden Normen und dem politischen System gesteckten Grenzen. Sie streben keinen Regimewechsel an und versuchen nicht, das demokratische parlamentarische System zu verändern oder Einfluss auf dessen Entscheidungen oder Maßnahmen zu nehmen. Nicht jedes Handeln im Interesse des Allgemeinwohls ist politisch oder antagonistisch; vielmehr lassen sich die sozialen, kulturellen, kognitiven, symbolischen und spirituellen Dimensionen eines solchen Handelns nie wortwörtlich in die Sprache der Politik übersetzen.

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