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Ist Hizmet eine Randgruppe?

Geschrieben von Muhammed Çetin am . Veröffentlicht in Fragen und Antworten zur Gülen-Bewegung

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Fethullah Gülen

Als randständig darf die Bewegung zurecht hinsichtlich ihrer Ambitionen auf eine Mitwirkung im politischen System bezeichnet werden. Außerdem erhält sie nur wenig positive gesellschaftliche Anerkennung seitens der sehr kleinen, dafür aber umso einflussreicheren protektionistischen Elite und der Staatsbürokratie. Doch korreliert diese protektionistische Elite nicht zwangsläufig mit dem Volk, der Wählermehrheit. Wie die Enthüllungen im Zusammenhang mit diversen geplanten und tatsächlich unternommenen Putschversuchen zeigen, bedient sich die Elite einer ‚Strategie der Spannung‘; das heißt, dass sie auf Angst, Propaganda, Desinformation, psychologische Kriegsführung, Provokateure und Terror unter falscher Flagge setzt, um die öffentliche Meinung zu kontrollieren und zu manipulieren und um ihre eigene enorme finanzielle und politische Macht ebenso zu verschleiern wie ihre Strategien zur Machterhaltung. Ihre Haltung wird in der Türkei auch als Staatssicherheitssyndrom bezeichnet. Diese Mechanismen der Intervention und Kontrolle des öffentlichen Raums blockieren die Entwicklung der Zivilgesellschaft, die Ausprägung kollektiver Wahrnehmungen und die Bereitstellung von Diensten in der Türkei. Sie schaden Hizmet, aber nicht allein ihr.

Die Hizmet-Bewegung ist eine nichtideologische, integrative Volks- oder Bürgerbewegung, daher kann sie nach herkömmlichen Kriterien in keiner Weise als marginal gelten. In Wirklichkeit repräsentiert sie die Gesamtgesellschaft viel eher, als es die tatsächlich randständige protektionistische Elite tut, deren Ideologie die Massen weder fasziniert noch repräsentiert.

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