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Werden die Normen und Werte von Hizmet den äußeren Bedingungen angepasst?

Geschrieben von Muhammed Çetin am . Veröffentlicht in Fragen und Antworten zur Gülen-Bewegung

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Fethullah Gülen

Nein. Auch veränderte äußere Gegebenheiten veranlassen die Bewegung nie dazu, von ihren Normen und Werten abzurücken. Diese Normen und Werte sind immer unantastbar geblieben, sodass Krisen, Konflikte und anderweitige gesellschaftliche Entwicklungen die Bewegung nicht geschwächt oder verändert, sondern eher im Gegenteil noch stärker gemacht haben. Auch in diesem Punkt unterscheidet sie sich also von politischen Bewegungen, in denen persönliche Interessenslagen und Kosten- Nutzen-Kalkulationen häufig eine Anpassung der Normen mit sich bringen.

Hizmet ist es vielfach gelungen, auf aktuelle Entwicklungen, auf die Anforderungen der Welt von heute und auf neu entstandene Realitäten eine Antwort zu finden. Stets konnte die Bewegung die Sinnhaftigkeit ihrer Aktivitäten vertreten oder begründen, indem sie sich auf ihre unabänderlichen Normen und Werte berief. Bis jetzt gab es kein Ereignis, das eine Krise in irgendeinem Bereich der normativen Regulierung in der Bewegung heraufbeschworen (d.h., eine Anpassung der Werte erforderlich gemacht) hätte. Es wäre zweifellos ein reduktionistischer Ansatz, wenn man ein kollektives Handeln wie im Falle von Hizmet lediglich aus dem Blickwinkel persönlicher Interessen und Kosten-Nutzen-Kalkulationen analysieren würde, ohne den symbolischen, normativen und höheren Werten und Sinngebungen Beachtung zu schenken. Ein solcher reduktionistischer Ansatz würde nur wenig neue Erkenntnisse über die Bewegung zutage fördern. Die Bewegung zeichnet sich durch uneigennütziges Engagement für Ziele aus, die als erstrebenswert eingestuft werden. Und diese Uneigennützigkeit ist eine Tatsache, eine Reduzierung auf egoistische Interessen greift hier zu kurz.

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