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Wie ist es möglich, dass die kollektive Identität und das kollektive Handeln von Hizmet der Zeit zu trotzen scheinen?

Geschrieben von Muhammed Çetin am . Veröffentlicht in Fragen und Antworten zur Gülen-Bewegung

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Fethullah Gülen

Die kollektive Identität der Bewegung ist das Produkt einer Kombination aus rationalem Austausch, affektiven Beziehungen und Bindungen, gegenseitiger Anerkennung, zielgerichteter Planung und sinnvollem Handeln. Die Individuen orientieren sich in ihren persönlichen Entscheidungen, Sinngebungen, Gefühle, Erwartungen und Interaktionen am Tätigkeitsfeld und an der Realität des kollektiven Akteurs. Und sie berücksichtigen dabei die Handlungsspielräume des kollektiven Akteurs, die diesem dabei helfen, sich selbst, sein Umfeld und sein Verhältnis zu diesem Umfeld zu definieren.

Die Bewahrung der Identität der Bewegung ist auch ein kollektiver interaktiver Prozess, denn an der Definition der Sinnhaftigkeit ihres Handelns sind viele Individuen und Netzwerke beteiligt. Viele Mitwirkende pflegen Beziehungen zu anderen Individuen und Gruppen und versuchen herauszufinden, welche Chancen ihr Handeln birgt, welchen Einschränkungen es unterliegt, welche Kosten es verursacht und welche Erträge es abwirft. Die Identität der Bewegung muss sowohl auf der individuellen als auch auf der kollektiven Ebene analysiert werden, denn die Identität ihrer Mitwirkenden baut nicht auf dem auf, was sie von anderen trennt, sondern auf ihren zahlreichen Kontakten zu ihren Mitmenschen und ihrem Umfeld.

Die Mitwirkenden tätigen soziale, kulturelle, kognitive und emotionale Investitionen in die Netzwerke der Bewegung, was ihnen das Gefühl vermittelt, Teil eines großen Ganzen zu sein; sie verspüren soziale Kohärenz und Zusammenhalt. Weil die Menschen miteinander interagieren, weil sie Ideen austauschen und ihren Mitmenschen präsentieren, können sie ihre Beziehungen rationalisieren, diskutieren, definieren und vertreten. Diese Interaktion und Kommunikation hat der Bewegung ermöglicht, sich ihre kollektive Identität zu bewahren und an ihrem kollektiven Handeln festzuhalten.

Wenn es einem kollektiven Akteur gelingt, sich unter Beachtung der Grenzen des Systems auf kognitiver und intellektueller Ebene gegen Angriffe und Kampagnen zur Wehr zu setzen und sich auch von Veränderungen im Umfeld und konjunkturellen Veränderungen unbeeindruckt zu zeigen, dann hat dieser Akteur oder diese Identität eine gewisse Stabilität und Dauerhaftigkeit erlangt, die ihn fortan leichter erkennbar macht; von Freunden ebenso wie von Gegnern und anderen Außenstehenden. Die Fähigkeit, zu erkennen und erkannt zu werden, unterscheidet die Bewegung mit der Zeit von anderen kollektiven Akteuren und unterstreicht ihr Potenzial.

Dieser kollektive und kontinuierliche Prozess manifestiert sich in Organisationsformen, internen Regeln und Abläufen und in professionalisierten Führungsbeziehungen, die allesamt die Identität der Bewegung dokumentieren und widerspiegeln.

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