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Wenn die Bewegung doch altruistisch und friedliebend ist, warum ruft sie dann so starke - positive wie auch negative - Reaktionen hervor?

Geschrieben von Muhammed Çetin am . Veröffentlicht in Fragen und Antworten zur Gülen-Bewegung

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Fethullah Gülen

Das Dienstverständnis der Bewegung basiert sowohl in der Türkei als auch im Ausland vor allem auf Altruismus. Sie regt die Menschen dazu an, alternative Modelle zu präsentieren, die von staatlichen Systemen in dieser Form nicht so einfach kopiert werden können. Das hat ihr viel Aufmerksamkeit beschert, Bestätigung ebenso wie Ablehnung.

Mit ihrem altruistischen Ansatz, ihre Dienste unentgeltlich anzubieten, fordert die Bewegung die dominierenden kulturellen Codes und die herkömmliche (sogenannte rationale Eigennutz-) Basis der in komplexen Gesellschaften vorherrschenden strategischen und instrumentellen Logik symbolisch heraus.

Wenn eine Bewegung die Kraft besitzt, einseitig zu geben (ohne Gegenleistung, zuweilen sogar zum Schaden der unmittelbaren Eigeninteressen) und auf diesem Wege kulturelle Modelle zu entwickeln und anzubieten, dann wächst und gedeiht sie in den Gesellschaften, in denen sie tätig ist. Grund dafür ist, dass Kosten-Nutzen-Kalkulationen nicht dazu in der Lage sind, eine autonome und unentgeltliche Produktion kultureller Leitbilder hervorzubringen oder zu regulieren. Mit anderen Worten: Die Menschen besitzen die Fähigkeit, immer neue und bessere Wege zu finden, um bestimmte Dinge zu tun; und diese Fähigkeit lässt sich kaum unterdrücken.

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