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Bedient sich Hizmet politischer Rhetorik oder betreibt sie Parteipolitik?

Geschrieben von Muhammed Çetin am . Veröffentlicht in Fragen und Antworten zur Gülen-Bewegung

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Fethullah Gülen

Die Mitwirkenden verschwenden ihre Energien nicht mit politischen Streitigkeiten, und die Dienste, um deren Bereitstellung sie sich bemühen, werden von den überwiegend belanglosen parteipolitischen Auseinandersetzungen des Alltags nicht berührt. Sie kommen in der Rhetorik der politischen Parteien nicht vor. Die Produktivität der Aktivitäten von Hizmet resultiert aus der Offenheit und Aufgeschlossenheit der Bewegung sowie aus der Effizienz der zur Verfügung stehenden Darstellungsformen. Dieses Qualitätsmerkmal von Hizmet widerspricht dem in der westlichen Welt vorherrschenden Verständnis von sozialen Bewegungen, demzufolge solche Bewegungen stets anrüchig und konfliktbehaftet sind.

Die bewusste Abwendung der Bewegung von der politischen Auseinandersetzung spiegelt Fethullah Gülens Analyse der Versäumnisse wider, die in den letzten Jahrhunderten der türkischen Geschichte begangen wurden. Er sieht diese Versäumnisse sehr kritisch und macht mehrere Gründe für sie verantwortlich: „Die Politiker und ihre Unterstützer betrachteten alle Mittel und Maßnahmen als recht und billig, die die Position ihres eigenen Stabs oder ihrer eigenen Partei zu sichern versprachen. Sie ersonnen ausgefeilte Intrigen und machten sich selbst etwas vor; denn sie glaubten, die Dinge verändern und ihr Land retten zu können, wenn sie nur die Machthaber stürzten und auswechselten. Das Handeln hätte durch Denken, Wissen, Glauben, Moral und Tugend geleitet sein sollen, nicht durch politische Ambitionen und Hass.“ Im Mittelpunkt der Aktivitäten von Hizmet steht also die religiöse und kulturelle Vision der Bewegung, nicht die Politik.

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