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Zur Hilfe zu Teilen ist eine große Tugend

Geschrieben von Fethullah Gülen am . Veröffentlicht in Mitteilungen

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Fethullah Gülen nahm am Iftar-Essen von der Stiftung der Journalisten und Schriftsteller mit einer Botschaft teil.

Die Botschaft für das Iftar-Essen im Ramadan 2011 von der Stiftung der Journalisten und Schriftsteller, die die Farben der Türkei zusammenbringt.

Sehr verehrter Herr Stiftungspräsident, sehr verehrte Vertreter unserer Gedanken-, Politik-, Arbeit- und Kunstwelt, sehr verehrte Gäste, die selbstlos an Wohltätigkeiten teilnehmen.

Im Hinblick auf die Zurückdrängung meiner Heimwehgefühle empfinde ich es als ernsthafter Anlass zur Freude, dass unser Land mit jedem Tag einen besseren Aufschwung erlebt, auf dem Weg der Stabilisierung und Demokratisierung vorankommt und Ihre Teilnahme an diesem Abend ein Bild der Zusammengehörigkeit zeigt. Ich bin tief betrübt, dass ich Ihre Atmosphäre, nach der ich mich von ganzem herzen sehne, mit Ihnen gemeinsam nicgt erleben kann. Mit dieser Betrübtheit möchte ich Ihnen herzlich meine Achtung aussprechen.

Die Atmosphäre des Ramadan ist die Atmosphäre der Barmherzigkeit und Gewogenheit. In diesen segensreichen Tagen, in denen unsere Herzen weicher werden, Geduld und Toleranz hervortreten, erinnern wir uns noch einmal an Liebe, Frieden, Bescheidenheit, Hilfeleistung und Leben für Andere. Wir bezeugen an diesem gesegneten Zeitabschnitt noch einmal, dass der Hass und Othering beseitigt werden können, wenn auf der Basis der universellen menschlichen Werte die Menschen sich gegenseitig so akzeptieren, wie sie sind. Wir erlangen in diesem Monat eine tiefere Einsicht darüber, wie wichtig es ist, dass wir uns einander nicht zum Opfer der Vorurteile machen und sogar mit einem weiteren Schritt jeden Menschen so akzeptieren, wie er ist.

Der Respekt gegenüber der andersartigen Stellung eines Menschen beinhaltet eine weit größere Bedeutung als der Dialog. Nach dieser Ethik des Respekts ist ein Mensch, welche Religion oder Auffassung er auch hat, deshalb respektwürdig, weil er zuallererst Mensch ist. Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet können Vorurteile erst dann beseitigt werden, wenn wir den Respekt gegenüber der Stellung als Basis nehmen. So können wir uns einander zuhören und verstehen. Wir können unsere Ausdrucksweise überprüfen, indem wir Empathie zeigen. Ich bin davon überzeugt, dass wir uns einigen können, wenn wir unsere Ausdruckweise nicht mit unseren Hass- und Wutgefühlen belasten. So können wir dann sagen: “Dieses Land gehört uns allen. Wenn wir keinen Streit haben, ist es gar nicht notwendig. An dem Tisch haben wir für jeden einen Platz.

Gegenüber so vielen Provokationen, polarisierenden Verhetzungen zeigen diese Art von Zusammensein, dass unsere Menschen dieses Potenzial aufweisen. Mit diesem wertvollen Potential werden unsere Hoffnungen für die Zukunft aufgefrischt. Es wird eine Gesetzheit entprechend der Abgeklärtheit unseres Volkes vorgebracht.

Ich hoffe, dass dieser Gemeingeist, dieser Geist der Mildherzigkeit nicht nur in unserem Land, sondern auf der ganzen Welt und für die ganze Menschheit große Dienste für den Aufschwung in Frienden und mit Stabilisierung und Demokratisieung erweisen. Die über alles Lob erhabene Empfindung unserer Bürger gegenüber der Armut in Afrika ist auch hierher zu rechnen. In dieser Atmosphäre des Ramadan, in der der Tod jedes einzelnen Kindes uns zutiefst rührt und uns an unseren Esstischen während des Fastenbrechens und vor dem Fastenbeginn erschüttert, ist die Tugend zweifellos groß, den verhungernden Menschen In Afrika zur Hilfe zu eilen. Wie ich in den Medien verfolgen konnte, eilen vom kleinsten Jungen bis zum ältesten Greis unseres Landes zur Hilfe. Dies ist ein lebendiges Bild davon dass die Menschlichkeit nicht tot ist. Auf der anderen Seite rührt uns die Ereignisse in Syrien zutiefst, während wir der Hoffnung waren, dass das Fließen von Blut und Tränen in den verschiedenen Teilen der Welt in diesem gesegneten Monat ein Ende haben könnte. Denn der Schmerz unseres Nachbars ist auch unser Schmerz. Beten wir, dass das Fließen des Bluts ein Ende hat, die Probleme mittels Frieden und kollektiver Vernunft gelöst werden.

Mit diesen Gefühlen möchte ich Ihnen herzlich meine Achtung aussprechen. Ich gratuliere allen Freiwilligen der Stiftung der Journalisten und Schriftsteller, die sich zu einem der Symbole für Dialog, Toleranz und und Konses in unserem Land entwickelt hat. Ich gratuliere allen Menschen der Liebe, die ihre aufrichtigen Bedenken teilen. Ich danke Ihnen, dass Sie das Programm beehrt haben und wünsche Ihnen Gesundheit und Wohlergehen.

M. Fethullah Gülen

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