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Dschinn und Menschen

Geschrieben von Fethullah Gülen am . Veröffentlicht in Grundlagen des islamischen Glaubens

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Einige Menschen besitzen die angeborene Fähigkeit, sich in einen Trancezustand zu versetzen und mit Wesen aus der unsichtbaren Sphäre des Seins Kontakt aufzunehmen. Man darf jedoch nicht vergessen, dass unsichtbare Wesen - ob Engel oder Dschinn ist egal - über ihre eigenen spezifischen Lebensbedingungen verfügen. Sie sind an bestimmte Prinzipien und Grenzen gebunden. Aus diesem Grunde sollte jemand, der sich mit den Dschinn in Verbindung setzt, seine Beziehungen zu ihnen sorgfältig prüfen. Es kann leicht passieren, dass man unter den Einfluss der Dschinn gerät und zu ihrem Spielzeug wird.

Oft wird behauptet, Ghulam Ahmad Qadiyani (1839-1908) sei ein Opfer der Tricks der Dschinn geworden. Er versuchte, dem Islam zu dienen, indem er auf dem Weg der Fakire gegen das Hindu-Yoga ankämpfte, wo böse Geister von ihm Besitz ergriffen. Zunächst flüsterten sie ihm ein, er sei ein Mensch, der die Religion wiederbelebe; dann überzeugten sie ihn davon, der Messias zu sein. Schließlich ging Ghulam Ahmad, nachdem er ihnen ganz und gar verfallen war, sogar so weit, dass er behauptete, eine Inkarnation Gottes zu sein.

Sünden und Unsauberkeit sind wie eine Einladung für den Einfluss böser Geister - ungläubiger Dschinn. Vor allem Menschen mit einem sensiblen Wesen oder einem Hang zur Melancholie und solche, die ein zügelloses undiszipliniertes Leben führen, sind gefährdet, dem Einfluss der Dschinn zu erliegen. Sie - die bösen Geister - siedeln normalerweise an Orten für Schutt und Müll oder an anderen schmutzigen Orten wie Bädern und Toiletten.

Rufen Dschinn bestimmte Krankheiten hervor?

Die Dschinn sind durchdringende Wesen, durchdringender noch als Röntgenstrahlen. Es fällt ihnen nicht schwer, in den menschlichen Körper zu gelangen, sogar in die Adern und in die zentralen Orte des Gehirns. Heute ist allgemein bekannt, dass man Laserstrahlen, die in vielen Bereichen wie z.B. in der Computer- und in der Atomwaffentechnik, in der Medizin, in der Kommunikationstechnik und bei polizeilichen Ermittlungen eingesetzt werden, auch auf die Blutgefäße des Menschen richten kann, wo sie in der Lage sind, Pfropfen zu beseitigen. Wenn wir nun berücksichtigen, dass der Satan - so wie alle anderen Dschinn auch - aus rauchlosem Feuer erschaffen wurde, das ja tief in den Körper einzudringen vermag und das wir als eine Art Strahlung oder radioaktive Energie interpretieren können, wird uns vielleicht die Bedeutung des folgenden Hadithes klar: Der Satan bewegt sich dort, wo das Blut in Wallung ist. Genau deshalb sind die Dschinn dazu in der Lage, dem Körper Schaden zuzufügen und physische und/oder psychische Krankheiten hervorzurufen. Ich glaube, Autoritäten auf dem Gebiet der Medizin wären gut beraten zu prüfen, ob die Dschinn nicht zumindest für einen Teil der Krankheiten verantwortlich sind. Hinter der Krankheit Krebs z.B. verbirgt sich ein unstrukturiertes krankhaftes Wachstum im Körper, das wir auch als eine Art ‚Anarchie der Zellen' bezeichnen. Vielleicht haben sich bei dieser Krankheit einige Dschinn in einem Teil des Körpers niedergelassen, die die Struktur der Körperzellen zerstören.

Obwohl die Wissenschaften die Existenz unsichtbarer Wesen noch nicht akzeptieren und sich nach wie vor auf die materielle Welt beschränken, denke ich, es lohnt sich, die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass bösartige Wesen bei Geisteskrankheiten wie der Schizophrenie eine Rolle spielen. Täglich sind überall auf der Welt Fälle zu beobachten, bei denen Menschen, die an Geisteskrankheiten, Schizophrenie oder sogar an Krebs leiden, durch die Rezitation bestimmter Gebete geheilt werden. Diese Fälle sind ernst zu nehmen und bedeutend. Man sollte nicht über sie hinweggehen, indem man sie Begriffen wie ‚Suggestion' oder ‚Auto-Suggestion' zuschreibt. Wenn es den Wissenschaften gelingt, die undurchlässige Schale aufzubrechen, in die sie sich selbst eingeschlossen haben, und die Existenz einer metaphysischen Sphäre bzw. den Einfluss metaphysischer Kräfte zu akzeptieren, dann werden sie dadurch viele Hindernisse aus dem Weg räumen. Sie werden noch weit größere Fortschritte erzielen und sich besser denn je vor Irrtümern schützen.

Die Türen zur metaphysischen Welt stehen bis heute lediglich einen winzigen Spalt breit offen. Die Menschheit befindet sich gerade im Anfangsstadium der Kontaktaufnahme mit den Dschinn und dem Satan. Eines Tages werden die Menschen sich jedoch gezwungen fühlen, die Welt der Dschinn und des Satans zu betreten, um viele ihrer Probleme, die im Zusammenhang mit der materiellen Welt stehen, lösen zu können.

Der Koran erklärt, dass Gott dem Haus Abrahams das Buch und die Weisheit, und ein mächtiges Reichgab. (4:54) Dieses mächtige Reich manifestierte sich am strahlendsten in den Propheten David und Salomo. Der Prophet Salomo herrschte nicht nur über einen großen Teil der Menschheit, sondern auch über Dschinn, den Satan, Vögel und die Winde.

...und von den Satanen, die für ihn tauchten und dazu noch andere Werke verrichteten; und Wir Selbst beaufsichtigten sie. (21:82)

Sie machten für ihn, was er begehrte: Paläste und Bildwerke, Becken wie Teiche und feststehende Kochbottiche. (34:13)

Und Salomo (machten Wir) den Wind (dienstbar); sein Herweg dauerte einen Monat, und sein Hinweg dauerte einen Monat. (34:12)

Der Thron der Königin von Saba wurde in der Zeitspanne eines Augenzwinkerns vom Jemen nach Jerusalem getragen. (Siehe 27:40)

Die Verse, die sich auf das Königreich Salomos beziehen, weisen auf die letzte Grenze der Verwendung von Dschinn und Satan durch den Menschen hin. Diese Verse lassen den Schluss zu, dass die Menschen eines Tages in der Lage sein werden, Dschinn und Satan in ihren Dienst zu stellen, insbesondere im Bereich der Kommunikation. Vorstellbar wäre durchaus, dass sie auch in Sicherheitsfragen, im Bergbau und als Metallarbeiter, ja sogar in der Raumfahrt und bei historischen Forschungen eingesetzt werden. Weil Dschinn eine Lebenserwartung von ca. 1.000 Jahren haben, könnten sie uns zudem bei der Revision historischer Fakten behilflich sein.

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