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Gottes Weisheit, die Menschen nicht alle gleich zu erschaffen

Geschrieben von Fethullah Gülen am . Veröffentlicht in Grundlagen des islamischen Glaubens

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Warum hat Gott nicht allen Menschen die gleiche Intelligenz verliehen? Warum hat Er ihnen nicht allen den gleichen Lebensstil verordnet und das gleiche Aussehen gegeben? Warum duldet Er Not und Elend inmitten von Wohlstand und Luxus? Fragen wie diese sind nicht nur mit der Vorherbestimmung verbunden, sondern helfen uns auch zu verstehen, wie Gott handelt.

Wir müssen versuchen, Gott kennen zu lernen

Bevor wir die einleitenden Fragen diskutieren, sollten wir uns darüber bewusst werden, dass all diese Fragen daher rühren, dass wir Gott nicht kennen. Wenn wir ein genauso großes Verlangen hätten, unseren Schöpfer kennen zu lernen, wie z.B. Filmstars oder Sportler, wenn wir uns mit den Quellen beschäftigen würden, die uns Wissen über unseren Herrn vermitteln, wenn wir das Buch des Universums in Übereinstimmung mit den durch den Koran etablierten Kriterien intensiv studieren würden und wenn wir den vom Propheten Muhammad verkündeten Prinzipien für ein aufrechtes Leben Beachtung schenken würden, dann könnten wir die immaterielle Dimension der Dinge und Ereignisse durch das Prisma unseres Gewissens wahrnehmen. Auf dieser Stufe würden sich Fragen dieser Art gar nicht erst stellen. Doch solange sich die Wissenschaften von der Religion distanzieren und eine gesunde Meditation durch ein mechanisches Leben und eine Flut von Informationen ersetzt wird, werden wir auch weiterhin Fragen wie diese aufwerfen und Probleme haben, unseren Schöpfer kennen zu lernen.

Die gesamte Schöpfung gehört Gott, und Er verfügt so über sie, wie Er es für richtig hält

Schauen wir uns einmal die Besitzansprüche des Menschen an seinem ‚Eigentum' an. Welchen Anteil hat der Mensch an einem Imbiss, den er sich in den Mund steckt? Um diesem Imbiss überhaupt zu ermöglichen, als Mahlzeit auf unseren Tisch zu gelangen, bedarf es der Existenz des gesamten riesigen Universums. Aber wenn dies doch so ist und wenn doch jeder Mensch für sich beanspruchen kann, frei über sein persönliches Hab und Gut, an dem er ja einen so geringen Anteil hat, verfügen zu können, warum sollte dann ausgerechnet Gott, der Schöpfer und einzige Eigentümer des ganzen Universums, nicht frei über Sein Eigentum verfügen können?

Gott hat zahlreiche Namen, die allesamt über eigene Manifestationen verfügen

Gott, der Allmächtige, hat zahlreiche Namen, die allesamt über eigene Manifestationen verfügen. Der Name ‚der Versorger' versorgt die Lebewesen mit allem, was sie für ihr Leben brauchen; der Name ‚der Heiler' hilft Kranken zu genesen. Während Gott den Bedürftigen mit dem Namen ‚der Helfer' zu Hilfe eilt, warnt Er mit Seinem Namen ‚der Peiniger' die Achtlosen; die Notleidenden unterstützt Er mit Seinem Namen ‚der Beistand Gewährende'. Wenn wir die Manifestationen aller Namen Gottes studieren, werden wir die Schönheit der von ihnen im Universum hervorgebrachten Vielfalt erkennen. Außerdem werden wir Gottes Weisheit, nicht alles gleich zu erschaffen, verstehen. Gott stellt Sich uns mit den Manifestationen all Seiner Namen vor. Blumen z.B. lächeln uns an. Sie entspringen den Manifestationen Seiner Namen, die in Seiner Gnade wurzeln. ‚Natur'-Katastrophen wiederum erinnern uns an Seinen Zorn. Sie sind Manifestationen Seiner Namen, die in Seiner Erhabenheit wurzeln.

Alles, was wir besitzen, ist ein Gunstbeweis Gottes

Im Grunde genommen hat der Mensch kein Recht, Gott danach zu fragen, was Er uns gibt und was nicht. Zunächst einmal hat Gott uns ja nicht als leblose Elemente oder als Pflanzen oder Tiere erschaffen. Außerdem gibt es zwar immer Menschen, die wohlhabender und gesünder, aber auch solche, die ärmer und kranker sind als wir. In puncto Wohlstand und Gesundheit sollten wir uns an denen orientieren, die ärmer sind und denen es schlechter geht als uns. Was menschliche Tugenden wie Ehrenhaftigkeit, Moral, Gelehrsamkeit, Selbstlosigkeit, Ehrlichkeit, Großzügigkeit usw. betrifft, sollten wir hingegen versuchen, denen nachzueifern, die diese Werte besser verinnerlicht haben als wir.

Stellen wir uns einmal einen wohlhabenden Menschen vor, der drei Not leidenden Menschen eine Wohnung bzw. ein ganzes Haus und einen Palast zur Verfügung stellt. Hat derjenige, dem die Wohnung überlassen wurde, nun das Recht, den wohlhabenden Menschen danach zu fragen, warum er ihm kein Haus und keinen Palast vermacht hat? Sollte er sich nicht lieber bei seinem Wohltäter für die Wohnung bedanken? Alles, was wir besitzen, stammt von Gott. Ob wir nun also reich oder arm, gesund oder behindert sind, ist egal - unsere Pflicht besteht darin, Gott zu danken.

Im Diesseits pflanzen wir an, im Jenseits ernten wir

Die Welt ist eine Arena der Prüfung, ein Ort an dem wir versuchen sollten, einen Zustand zu erreichen, der dem kommenden Leben angemessen ist. Das ist nicht einfach. So wie ein Schneider, der seinem Kunden den schönsten Anzug anfertigt, indem er das Material zurecht schneidet, vernäht und den Kunden schließlich anprobieren lässt, sorgt Gott, der Allmächtige, dafür, dass wir uns (unter unterschiedlichen Bedingungen) vor und zurück ‚drehen', um uns für das Leben nach dem Tod ‚zurecht zu schneiden'.

Wir Menschen sind wie Rohmineralien, die veredelt werden müssen. So wie es zahlreiche Typen von Mineralien gibt - von der Kohle bis hin zum Diamanten oder Brillanten -, bedingt unser gesellschaftliches Leben, dass sich die intellektuellen Fähigkeiten, die physische Kraft und die Sensibilität der Menschen voneinander unterscheiden. Je nachdem welche Endprodukte dabei herauskommen sollen, Gold oder Diamanten, Kohle oder Kupfer, werden die Rohmaterialien verschiedenen Prozessen und Verfahren unterzogen. Und auch wir Menschen benötigen unterschiedliche Prüfungen, Tests und Ausbildungen, um uns weiterzuentwickeln und das Niveau der Erkenntnis, das uns bestimmt ist, zu erreichen. Gott setzt die Menschen also unterschiedlichen Leiden und Heimsuchungen aus, um sie auf eine Ebene zu erhöhen, die der kommenden Welt angemessen ist.

Die diesseitige Welt ist aber nicht nur eine Arena, in der der Mensch geprüft wird, sondern auch eine Sphäre der Unannehmlichkeiten. Als Gott Adam davor warnte, von dem verbotenen Baum zu essen, wies Er ihn auf Folgendes hin:

Sodann sprachen Wir: "O Adam, dieser ist dir und deiner Frau ein Feind; (achtet darauf,) dass er euch nicht beide aus dem Garten treibt! Sonst würdest du unglücklich sein. Es ist für dich gesorgt, dass du darin weder Hunger fühlen noch nackt sein sollst. Und du sollst darin nicht dürsten noch der Sonnenhitze ausgesetzt sein." (20:117-119)

Wir werden also unter Hunger, Durst, Überdruss und vielen anderen Unannehmlichkeiten zu leiden haben. Das muss auch so sein, denn diese Welt ist das Feld, auf dem wir die Samenkörner aussäen, die wir dann im Jenseits ernten werden. Jene, die einzig und allein danach streben, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, sind höchstwahrscheinlich auch diejenigen, die Gott in der anderen Welt wie folgt ansprechen wird:

Und an dem Tage, wenn die Ungläubigen dem Feuer ausgesetzt werden (wird gesprochen): "Ihr habt eure guten Dinge im diesseitigen Leben aufgezehrt, und ihr hattet Genuss daran. Heute nun sollt ihr mit der Strafe der Schmach belohnt werden, weil ihr ohne jegliches Recht auf Erden hochmütig wart und weil ihr (fortwährend) gefrevelt habt." (46:20)

Jenen aber, die um der Sache Gottes willen Hunger, Durst und andere Unannehmlichkeiten in dieser Welt auf sich nehmen, wird die Erlaubnis, das Paradies zu betreten, erteilt werden. Die Engel werden sie ansprechen:

Friede sei auf euch! Seid glücklich und geht dort ein, und weilt auf ewig darin! (39:73)

Esst und trinkt und lasst es euch wohl bekommen für das, was ihr in den vergangenen Tagen gewirkt habt! (69:24)

Je mehr Gunstweise Gott einem Menschen gewährt, desto größer ist dessen Verantwortung

Je mehr Gunstbeweise Gott uns zukommen lässt, desto mehr Verantwortung haben wir zu tragen. Wohlhabende Menschen z.B. sind verpflichtet zu spenden und Menschen, die behindert, blind oder krank sind, brauchen nicht um der Sache Gottes willen Waffen zu tragen. Den höchsten Grad an Frömmigkeit stellt uns der Prophet Jesus in folgenden Versen vor:

Ihr habt gehört, dass gesagt wurde: "Du sollst nicht ehebrechen!" Ich aber sage euch: "Jeder der eine Frau wollüstig ansieht, hat in seinem Herzen bereits mit ihr die Ehe gebrochen. Wenn dich aber dein rechtes Auge veranlasst zu sündigen, so reiß es aus und wirf es fort! Es ist besser für dich, einen Körperteil zu verlieren, als dass dein ganzer Körper in die Hölle geworfen wird. Wenn dich deine rechte Hand veranlasst zu sündigen, so schlage sie ab und wirf sie fort! Es ist besser für dich, einen Körperteil zu verlieren, als dass dein ganzer Körper in die Hölle geworfen wird. (Matthäus, 5:27-30)

Niemand weiß also, ob es vorteilhafter für ihn ist, wohlhabend oder arm bzw. gesund oder krank zu sein. Diesbezüglich sagt Gott im Koran:

Doch es mag sein, dass euch etwas widerwärtig ist, was gut für euch ist, und es mag sein, dass euch etwas lieb ist, was übel für euch ist. Und Allah weiß es, doch ihr wisst es nicht. (2:216)

Wohlhabend zu sein, heißt nicht immer, auch glücklich zu sein

So mancher wohlhabende Mensch kann - weil es ihm beispielsweise an Appetit mangelt oder weil er krank ist - Speis und Trank und die Schönheiten dieser Welt nicht so sehr genießen wie viele arme Menschen. Auch wenn Armut nicht unbedingt erstrebenswert ist und einem Ausspruch des Propheten Muhammad zufolge in bestimmten Fällen sogar zum Unglauben führen kann, ist die Behauptung, reiche Menschen seien in jedem Fall glücklicher als arme, problematisch. Außerdem wäre es falsch zu behaupten, dass die Menschen im Mittelalter, als der Lebensstandard relativ gering war, weniger glücklich waren als wohlhabende Menschen heute. Glück schenkt in erster Linie die spirituelle Erfüllung und nicht der Besitz von materiellen Werten, die eine Befriedigung aller Begierden des Körpers gewährleisten.

Krankheiten und Leiden stellen Ausnahmen dar

Niemand sollte sich über Leiden, die ihn treffen, beklagen. Wenn man nämlich die Phasen, die man bei guter Gesundheit und in Wohlstand und Glück verbringt, mit den Augenblicken vergleicht, in denen man von Krankheiten oder Leiden heimgesucht wird, dann sind letztere kaum der Rede wert. Normalerweise leben wir vor uns hin, ohne dass wir uns der Gunstbeweise, die uns ständig zuteil werden, bewusst wären. Jeden Tag z.B. geht die Sonne auf und spendet uns ihre Wärme und ihr Licht ohne jede Gegenleistung. Und obwohl wir nicht für die Luft bezahlen, ohne die wir bekanntlich gar nicht existieren könnten, enthält sie uns niemand vor. Alle ‚Natur'-Ereignisse, die erforderlich sind, damit ‚Wasser' vom Himmel fällt, finden ohne unser Zutun statt. Wir sollten Gott also für all diese und ähnliche Wohltaten (die wir selbst nicht hervorbringen können) und für den größten Teil unseres Lebens (den wir bei Gesundheit und in Wohlstand verbringen) danken und uns nicht bei Ihm über Krankheiten, Unannehmlichkeiten oder einen Mangel an zusätzlichen Gunstbeweisen beklagen.

Das gesellschaftliche Leben des Menschen bedingt, dass es Unterschiede zwischen den Menschen gibt

Gesellschaften sollten keine Gleichheit der materiellen Ressourcen und der intellektuellen und physischen Fähigkeiten anstreben, denn diese steht nicht mit den Erfordernissen des gesellschaftlichen Lebens im Einklang. Unterschiede in diesen Bereichen wie auch in Temperamenten, Neigungen und Veranlagungen rufen jene Vielfalt an Tätigkeiten hervor, die zu den fundamentalen Elementen des menschlichen Lebens in der Gesellschaft gehört. Diese Vielfalt sorgt dafür, dass die Menschen einander brauchen, und führt dazu, dass sie gute Beziehungen untereinander pflegen.

Diese Beziehungen wiederum sollten jedoch von Gerechtigkeit und gegenseitiger Zuneigung, Respekt, Verständnis und Fürsorge geprägt sein. Sie sollten nicht zu Unterdrückung, widerrechtlicher Aneignung und Betrug führen und auch keine breite Kluft zwischen verschiedenen Gruppen der Gesellschaft entstehen lassen. Nach Auffassung des türkischen Denkers Said Nursi stecken hinter allen Revolutionen und Umwälzungen, die in den letzten Jahrhunderten stattgefunden haben, vor allem die folgenden beiden Grundhaltungen: Erstens: "Was interessiert es mich, wenn andere verhungern, solange ich selbst satt bin." Zweitens: "Lass die anderen arbeiten, damit ich essen kann." Der Islam tritt der ersten Grundhaltung mit der Aufforderung, die Zakat (die vorgeschriebene Sozialabgabe, die für jeden wohlhabenden Muslim verbindlich ist und grundsätzlich der Weiterverteilung an die Armen und Bedürftigen dient) zu zahlen, entgegen. Der zweiten Grundhaltung begegnet der Islam mit dem Verbot von Transaktionen, bei denen Zinsen anfallen. Außerdem preist der Islam die Tugend, die Armen und Bedürftigen auch darüber hinaus zu unterstützen, und empfiehlt ein bescheidenes, diszipliniertes Leben. Das Leben des Propheten Muhammad und das seiner rechtgeleiteten Kalifen sind gute Beispiele, denen insbesondere die muslimische Elite folgen sollte.

Krankheiten und Leiden erzielen in der Regel eine positive Wirkung

Bevor wir uns einem anderen Thema zuwenden, bleibt noch darauf hinzuweisen, dass Krankheiten und Leiden - wie unerwünscht und schrecklich sie in ihrem äußeren Erscheinungsbild auch sein mögen - in der Regel eine positive Wirkung erzielen. So wie wir manchmal unsere Kinder bestrafen müssen, um sie zu erziehen, brandige Gliedmaßen amputieren müssen, um einem Menschen das Leben zu retten, oder aus Schlangengift Medikamente herstellen, bringen die meisten Leiden oder Krankheiten, die wir ertragen müssen, Gutes hervor.

Das Herabstoßen eines Sperbers fördert die Wachsamkeit der Spatzen und vervollkommnet ihre Fähigkeit zu fliehen. Zwar mögen einige Menschen durch Regen, Strom oder Feuer Schaden genommen haben; aber niemand würde diese Kräfte deshalb für überflüssig halten. Die meisten Menschen finden es beschwerlich zu fasten; aber das Fasten schenkt dem Körper Energie, Tatendrang und Widerstandskraft. Das Immunsystem von Kindern wird normalerweise erst durch Krankheiten wirklich belastungsfähig. Körperliches Training ist mit Schwierigkeiten verbunden, andererseits aber ganz wesentlich für die Gesundheit und die Kraft des Körpers. Also bewirken Krankheiten, Leiden und Mühsal (neben Anbetung und Meditation), dass der Geist des Menschen geläutert wird und eine Stufe erklimmt, die ihn zum Eintritt ins Paradies berechtigt. Für kleine Opfer belohnt Gott den Menschen mit großen Geschenken. Mühsal und Leiden tragen dazu bei, dass sich der Mensch zu höheren spirituellen Rängen aufschwingt und in der anderen Welt so großzügige Belohnungen erhält, wie er sie sich heute nicht einmal vorstellen kann. Deshalb mussten sich schon die Propheten den schwersten Mühsalen und den schmerzlichsten Leiden aussetzen; und die frommen Menschen und Gläubigen folgten ihnen nach - jeder dem Grad seines Glaubens entsprechend.

Mühsal, Leiden und Schicksalsschläge sorgen dafür, dass den Gläubigen ihre Sünden vergeben werden, und ermahnen sie, den Sünden und Verführungen des Satans und dem eigenen Selbst gegenüber wachsam zu sein. Sie helfen uns auch, die Gunstbeweise Gottes schätzen zu lernen und dankbar zu sein. Außerdem legen sie den Wohlhabenden und Gesunden ans Herz, den Kranken und Armen beizustehen. Jemand, der nie Hunger gelitten hat, kann sich nie ganz in die Haut eines Hungrigen hinein versetzen. Und jemand, der nie krank war, kann nie ganz nachfühlen, was kranke Menschen durchmachen müssen. Mühsal, Leiden und Schicksalsschläge können also zum Aufbau von engeren Beziehungen zwischen gesellschaftlichen Gruppen oder Klassen beitragen.

Schicksalsschläge und Leiden festigen die Widerstandskraft des Menschen gegenüber den Unannehmlichkeiten des Lebens und erziehen ihn zu Stehvermögen und Langmut. Abgesehen davon trennen sie die Ausdauernden und Aufrichtigen von denjenigen, die eine Sache aus Bequemlichkeit oder anderen persönlichen (und damit unangemessenen) Gründen heraus unterstützen.

Bei Katastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen unterscheidet Gott in der Regel nicht zwischen Guten und Bösen oder zwischen Unschuldigen und Sündern. Wenn solche Katastrophen eintreten, widerfahren sie nicht ausschließlich den Niederträchtigen und Ungerechten. Die Bedeutung der Prüfungen und Versuchungen, denen der Mensch in der diesseitigen Welt unterzogen wird, lässt keine andere Lösung zu. Gute und unschuldige Menschen werden dafür jedoch im Jenseits über alle Maßen entschädigt werden. Gelegentlich verhält es sich auch so, dass Gott, der Allmächtige, die Guten und Unschuldigen in Katastrophen verwickelt, weil sie nicht den Versuch machen, die Sünder von ihrem unrechtmäßigen Handeln abzuhalten.

Alles, was Gott tut, ist - entweder um seiner selbst willen oder aber wegen seiner Resultate - positiv. Deshalb sollten wir versuchen, hinter Seinem Wirken Seine Weisheit zu entdecken, und zwar sowohl hinter dem Guten, das Er uns gewährt, als auch hinter den Leiden, denen Er uns aussetzt.

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