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Der Prophet Muhammad in der Bibel

Geschrieben von Fethullah Gülen am . Veröffentlicht in Grundlagen des islamischen Glaubens

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So gut wie alle früheren Propheten sagten das Kommen des Propheten Muhammad voraus. Trotz aller verzerrten Darstellungen, die im Laufe der Zeit Einzug in Thora, Psalmen und Evangelien gehalten haben, weisen noch immer einige Passagen auf die Ankunft Muhammads hin.

Die Thora z.B. verspricht:

Damals sagte der Herr zu mir: "Einen Propheten wie dich will Ich ihnen mitten unter ihren Brüdern erstehen lassen. Ich will ihm Meine Worte in den Mund legen, und er wird ihnen alles sagen, was Ich ihm auftrage. Einen Mann aber, der nicht auf Meine Worte hört, die der Prophet in Meinem Namen verkünden wird, ziehe Ich Selbst zur Rechenschaft" (Deuteronomium, 18:17-19)

Die Worte einen Propheten wie dich unter ihren Brüdern beziehen sich ganz eindeutig auf einen Propheten, der von Ismail, dem Bruder Isaaks und Ahnherr des Volkes von Moses (der Kinder Israel) abstammt. Der einzige Prophet, der nach Moses von Ismail abstammte und ihm in vielerlei Hinsicht ähnelte (auch er brachte z.B. ein neues Gesetz und führte Krieg gegen seine Feinde), war der Prophet Muhammad. Der folgende Vers besagt, dass die Israeliten keinen Propheten wie Moses hervorbrachten:

Niemals wieder ist in Israel ein Prophet wie Moses aufgetreten. Ihn hat der Herr Auge in Auge berufen. (Deuteronomium, 34:10)

Der Koran weist auf dieselbe Tatsache hin:

Wahrlich, Wir haben euch einen Gesandten geschickt, der euer Zeuge ist, wie Wir zu Pharao einen Gesandten geschickt hatten. (73:15)

Der Satz Ich will ihm meine Worte in den Mund legen, und er wird ihnen alles sagen, was Ich ihm auftrage in Vers Deuteronomium, 18:17-19 (s.o.) weist darauf hin, dass der angekündigte Prophet ein Analphabet sein und all das aussprechen würde, was ihm offenbart wurde. Dasselbe bekräftigt Gott auch im Koran:

...noch spricht er aus Begierde. Vielmehr ist es eine Offenbarung, die (ihm) eingegeben wird. (53:3-4)

Der folgende Vers bezieht sich auf die Prophetenschaften von Moses, Jesus und Muhammad:

Er sprach: Der Herr kam hervor aus dem Sinai, Er leuchtete vor ihnen auf aus Seïr; Er strahlte aus dem Gebirge Paran... (Deuteronomium, 33:2)

Der Prophet Moses sprach am Sinai zu Gott und erhielt dort die Thora überreicht. Der Prophet Jesus empfing die Offenbarung Gottes in Seïr, einem Ort in Palästina. Ein letztes Mal manifestierte Sich Gott der Menschheit in Paran, einer Bergkette nahe Mekka in Seiner Offenbarung an den Propheten Muhammad.

Die Bergkette Paran findet schon in der Thora Erwähnung. (Genesis, 21:19-21) Dort wird sie als ein Ödland beschrieben, in dem Hagar und ihr Sohn Ismail von ihrem Ehemann Abraham zurückgelassen wurden. In jenem Ödland entsprang auch die Quelle Zamzam. Im Koran (14:35-37) heißt es, dass Abraham Hagar und Ismail im Tal von Mekka zurückließ, das seinerzeit ein unbewohntes Gebiet innerhalb der Bergkette von Paran war. Der oben zitierte Vers fährt fort:

...Er trat heraus aus Tausenden von Heiligen; ihm zur Rechten flammte vor ihnen das Feuer des Gesetzes.

Dieser Vers bezieht sich auf den angekündigten Propheten Muhammad, der zahllose absolut rechtschaffene Gefährten haben würde. Die Worte Feuer des Gesetzes spielen auf die Tatsache an, dass ihm erlaubt und sogar befohlen werden würde, gegen seine Feinde zu kämpfen.

Jesus sagte:

Habt ihr nie in der Schrift gelesen: "Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden; das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder"? Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen; auf wen der Stein aber fällt, den wird er zermalmen. Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volke gegeben werden, das die erwarteten Früchte bringt. (Matthäus, 21:42-44)

Der Eckstein, von dem in diesem Vers die Rede ist, kann nicht der Prophet Jesus sein; denn die Verse beziehen sich auf die vernichtenden Niederlagen, die die Anhänger des Ecksteins ihren Feinden zufügen würden. Kein Volk aber wurde vernichtet, weil es das Christentum ablehnte. Das Christentum gewann gegenüber dem Römischen Imperium erst an Boden, nachdem es seine ursprüngliche Identität verloren und sich mit den römischen Religionen versöhnt hatte. Die Herrschaft des Westens über die Welt aber war auf den Triumph wissenschaftlichen Denkens über die Kirche des Mittelalters zurückzuführen und nahm die Gestalt eines rücksichtslosen Kolonialismus an.

Der Islam hingegen beherrschte über viele Jahrhunderte hinweg fast die Hälfte der ‚alten' Welt. Seine ursprüngliche Reinheit wurde nie verwässert, seine Feinde mussten viele Niederlagen einstecken, und er verteidigte sich mit Erfolg gegen das Christentum. Zurzeit erlebt der Islam eine ‚Wiedergeburt' in seinen Eigenschaften als reine, authentische Religion, als Lebensweg und als Hoffnung auf Erlösung für die Menschheit. Abgesehen davon erklärt der Prophet Jesus selbst, das Königreich Gottes werde seinen Anhängern genommen und einem Volk gegeben werden, das eine eigene Frucht hervorbringen werde.

Außerdem beschreibt sich der Prophet Muhammad in einer aufschlussreichen Passage in einem Hadith, der sowohl in der Sammlung Sahih al-Bukhari als auch im Sahih al-Muslim aufgezeichnet wurde, selbst als Eckstein, der das Gebäude des Prophetenschaft vervollständigt.

Im Evangelium des Johannes verkündet Jesus das Kommen des letzten Propheten:

Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich fortgehe. Denn wenn ich nicht weggehe, wird der Paraklit nicht zu euch kommen. Gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden. Und wenn er kommt, wird er die Welt überführen (und aufdecken), was Sünde, Gerechtigkeit und Gericht ist. (Johannes, 16:7-8)

In diesen Versen wird der Prophet Muhammad als Paraklit bezeichnet. Dieses Wort ist griechischen Ursprungs und bedeutet soviel wie der, der zwischen Wahrheit und Unwahrheit unterscheidet. Christliche Interpreten übersetzten es jedoch mit ‚Berater' (Gideon's International), ‚Helfer' (American Bible Society) oder ‚Tröster' (The Company of the Holy Bible) und behaupteten, es beziehe sich auf den Heiligen Geist. Den Beweis dafür, dass der Heilige Geist kam und tat, was Jesus vorausgesagt hatte, blieben sie jedoch schuldig.

Wenn der Heilige Geist, wie die Christen behaupten, der Erzengel Gabriel ist, dann kam er viele Male zum Propheten Muhammad, um ihm die Offenbarungen Gottes zu übermitteln. Jesus kündigte das Kommen des Paraklits an mehreren Stellen an. Dabei bediente er sich zwar verschiedener Namen; die Funktion dieses Paraklits stellte er jedoch immer gleich dar, z.B.:

Wenn aber der Paraklit kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen. (Johannes, 15:26)

Noch viel habe ich euch zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird. Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden. (Johannes, 16:12-14)

Dies sind nur einige wenige Anspielungen, die die Bibel auf den Propheten Muhammad macht. 114 solcher Anspielungen listete der verstorbene Hussain Dschisri in seinem Werk Risalat al-Hamidiya auf.

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