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Einige Beispiele für Wunder des Propheten

Geschrieben von Fethullah Gülen am . Veröffentlicht in Grundlagen des islamischen Glaubens

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Im Koran heißt es:

Gepriesen sei der, der bei Nacht Seinen Diener von der heiligen Moschee zu der fernen Moschee, deren Umgebung Wir gesegnet haben, hinführte, auf dass Wir ihm einige Unserer Zeichen zeigten. Wahrlich, Er ist der Hörende, der Sehende. (17:1)

Hierauf näherte er sich; kam dann nach unten, bis er eine Entfernung von zwei Bogenlängen erreicht hatte oder noch näher. Und er offenbarte Seinem Diener, was er offenbarte. (Und) dessen Herz hielt es nicht für gelogen, was er sah. (53:8-11)

Die nächtliche Himmelsreise ist eines der größten Wunder des Propheten Muhammad. Gott erhob ihn, dem sein Glauben und seine Anbetung spirituelle Vollkommenheit und völlige Läuterung geschenkt hatten, in Seine heilige Gegenwart. Indem der Prophet aus dem Gefängnis der ‚Naturgesetze' und der materiellen Ursachen ausbrach und die Grenzen der körperlichen Existenz überwand, legte er in kürzester Zeit größte Entfernungen zurück und durchdrang alle Dimensionen der materiellen Welt, bis er schließlich in die heilige Gegenwart Gottes gelangte.

Die Atomphysik hat viele Vorstellungen in der Physik verändert und herausgefunden, dass die materielle Welt nur eine von vielen Dimensionen bzw. Erscheinungsformen des Seins darstellt, die alle über ihre eigenen Eigenheiten verfügen. Einstein hat die Theorie aufgestellt, dass die Zeit nur eine Dimension des Seins ist. Noch hat die Wissenschaft keine endgültigen Aussagen über das Sein treffen können, denn neue Entdeckungen und Entwicklungen ändern unsere Vorstellungen immer wieder aufs Neue. Wie können wir also die nächtliche Himmelsreise in Frage stellen? Man kann sich nur schwer ausmalen, wie ein Mensch in einem einzigen Moment in einem einzigen Punkt die Zeit in ihrer Gesamtheit durchdringen kann. Eine Analogie mag uns aber dabei helfen, diesen schwierigen Sachverhalt zu verstehen:

Stellen wir uns einmal vor, wir würden einen Spiegel in der Hand halten, in dem auf der rechten Seite all das, was die Vergangenheit betrifft, und auf der linken Seite all das, was die Zukunft betrifft, gespiegelt wird. Der Spiegel kann, während wir ihn in der Hand halten, aber nur eine Richtung zeigen. Wenn wir beide Seiten gleichzeitig einsehen wollen, müssen wir uns so hoch über unsere ursprüngliche Position hinaus erheben, dass die linke und die rechte Seite miteinander verschmelzen und nichts mehr bleibt, was Anfang oder Ende genannt werden könnte.

Bei seiner nächtlichen Himmelsreise muss sich der Prophet mit der Geschwindigkeit des Geistes bewegt haben, weil er in kürzester Zeit durch Zeit, Raum und alle Dimensionen reiste. Auf ihr traf er mit früheren Propheten zusammen, sah Engel und erblickte die Schönheiten des Paradieses und die Schrecken der Hölle. Er entdeckte die essenziellen Realitäten aller im Koran angesprochenen Themen und die Bedeutungen und die Weisheit aller Akte der Anbetung. Er erreichte Sphären, die selbst der bedeutendste Engel, Gabriel, nicht zu erreichen vermag, und ihm wurde ein Anblick des ‚Gesichtes' Gottes gewährt, der frei war von allen qualitativen und quantitativen Dimensionen und Beschränkungen. Um die Menschen aus der Dunkelheit der materiellen Existenz in das erleuchtete Reich des Glaubens und der Anbetung zu führen, um ihnen zu ermöglichen, ihre eigene ‚spirituelle' Himmelsreise zu machen, kehrte er dann in die Welt zurück.

Ein anderes Wunder, das der Spaltung des Mondes, wurde vor den Augen von Menschen gewirkt, die die Prophetenschaft Muhammads beharrlich leugneten. Wie von Abdullah ibn Mas'ud berichtet wird, spaltete der Prophet, als sie eines Nachts in Mina waren, durch eine Geste seines Zeigefingers den Mond in zwei Teile. Die eine Hälfte des Mondes erschien vor, die andere hinter dem Berg. Dann wandte sich der Prophet ihnen zu und sagte: Seid Zeugen![1]

Der Koran berichtet in den folgenden Versen von diesem Wunder:

Die Stunde ist nahe gekommen, und der Mond hat sich gespalten. Doch wenn sie ein Zeichen sehen, wenden sie sich ab und sagen: "(Dies ist) ein ewiges Zauberwerk." (54:1-2)

Kommen wir nun zu einigen weiteren Wundern, die alle in der islamischen Literatur hinreichend dokumentiert sind:

  • Anas Ibn Malik berichtet, dass Abu Talha den Gesandten Gottes, als er ihn hungrig sah, zu einem Mahl einlud. Der Gesandte kam mit einer ganzen Schar von Leuten. Abu Talha hatte lediglich einen Laib Roggenbrot im Haus. Umm Sulaim, die Frau von Abu Talha, strich etwas Butter darauf. Der Gesandte betete um eine Vermehrung des Brots, und mindestens 70 bis 80 Leute aßen, bevor sie davon gingen, so viel sie wollten.[2]
  • Abd ar-Rahman ibn Abi Bakr erzählt, dass 130 Gefährten mit dem Gesandten Gottes einen Feldzug führten. Der Gesandte fragte sie, ob sie etwas zu essen hätten. Einer von ihnen hatte einen oder zwei Säcke Mehl dabei. Damit bereitete man einen Teig vor, außerdem kaufte man von einem Götzenanbeter, der gerade mit seiner Herde vorbeikam, ein Schaf. Die Leber des Schafs wurde gebraten und anschließend vom Gesandten unter den Anwesenden verteilt. Jeder bekam ein Stück davon, und denjenigen, die nicht anwesend waren, wurde ebenfalls ein Stück zur Seite gelegt. Das Fleisch wurde in zwei Schüsseln gekocht, und jeder aß von ihm. Nach dem Essen war jedoch immer noch genauso viel Fleisch übrig wie vor dem Essen.[3]

Es existieren noch viele weitere Beispiele für diese Art von Wundern. Sie alle wurden durch verschiedene - zum Teil nicht weniger als 16 - Kanäle überliefert. Die meisten dieser Wunder fanden in Anwesenheit großer Ansammlungen von Menschen statt und wurden von vielen wahrheitsliebenden Menschen mit gutem Leumund weitererzählt.

Gott, der das Universum erschuf und es von bestimmten von Ihm festgelegten Gesetzen abhängig machte, ist mit Sicherheit auch dazu in der Lage, diese Gesetze für Seinen innig geliebten Diener und Gesandten außer Kraft zu setzen. Insbesondere in der Gegenwart, da Wissenschaftler die mechanistische Vorstellung vom Universum zu Gunsten der Relativität aufgegeben haben, kann es weder als rational noch als wissenschaftlich gelten, Wunder auf der Grundlage eines absoluten Determinismus oder absoluter Kausalität zu leugnen.

Darüber hinaus gibt es keine Wunder, bei denen materielle Ursachen, so geringfügig und unbedeutend sie auch sein mögen, überhaupt keine Rolle spielen würden. Wenn Gott, der Allmächtige, doch selbst die kleinsten Dinge dazu veranlasst, gewaltige Einheiten zu formen, wie kommen wir dann dazu, zu bezweifeln, dass es Wunder gibt? Der Mensch, der so schwach ist, dass ihn selbst eine Mikrobe besiegen kann, ist andererseits so intelligent, Computer herzustellen, deren Speicher Wissen fassen, das ganze Bibliotheken fülle würde. Ist dieser Umstand nicht ein ebenso großes Wunder wie einem Diener zu erlauben, Speisen oder Getränke zu vermehren? Ist nicht jedes Ereignis im Universum, jede Handlung Gottes ein Wunder, das wir Menschen niemals nachahmen könnten?

Viele Wunder des Propheten stehen in irgendeinem Bezug zum Wasser. Auch von diesen Wundern berichten zahlreiche Gefährten; auch sie werden durch verlässliche Kanäle überliefert. Zwei dieser Wunder möchte ich hier anführen:

  • Als die Gefährten sich einmal an einem Ort namens Zarwa aufhielten, hatten sie nicht genug Wasser, um den Wudu', die rituelle Waschung vor dem Gebet, durchzuführen. Der Gesandte Gottes wies sie an, ihm eine Schüssel Wasser zu bringen. Er tauchte seine Hände in die Schüssel, und aus seinen Fingern begann, wie aus einer Quelle, Wasser zu fließen. Anas ibn Malik sagt, dass an jenem Tag 300 Menschen anwesend waren, und berichtet folglich im Namen dieser 300 Menschen.[4] Hätte er hier gelogen, wäre es dann nicht logisch, dass ihm zumindest einer der 300 widersprochen hätte?
  • Während des Feldzuges von Hudaibiya beklagten sich die Gefährten beim Gesandten Gottes darüber, es gebe kein Wasser. Daraufhin zog der Gesandte einen Pfeil aus seinem Köcher und befahl ihnen, ihn in den Brunnen von Samad zu tauchen. Als sie dies taten, schoss Wasser aus dem Brunnen hervor. Während des Feldzugs tranken alle Gefährten von ihm und vollzogen mit ihm ihren Wudu'.[5]

Authentische Hadithsammlungen wie z.B. die Sahih al-Bukhari und Sahih al-Muslim berichten von vielen Wundern, im Rahmen derer kranke und verwundete Menschen geheilt wurden:

  • Während der Schlacht von Khaybar fragte der Gesandte Gottes, wo Ali sei. Als man ihm antwortete, Ali leide unter wunden Augen, ließ der Gesandte ihn zu sich kommen und strich ihm seinen heilenden Speichel auf die Augen. Im selben Augenblick flauten die Schmerzen ab, und Ali konnte besser sehen als je zuvor.[6]
  • Uthman ibn Hunayf berichtet:

"Ein blinder Mann kam zum Gesandten Gottes und bat ihn darum, zu Gott zu beten, damit er sein Sehvermögen wiedererlangte. Der Gesandte erklärte ihm: Wenn du es wünschst, werde ich nicht beten - die Blindheit könnte für dein Leben nach dem Tode besser sein -, und wenn du es wünschst, werde ich beten. Der Mann entschied sich dafür, von seiner Blindheit befreit zu werden, und der Gesandte befahl ihm:

Geh und vollziehe die Gebetswaschung! Danach bete zwei Rak'at und sprich: ‚O Gott! Dir gilt mein Gebet, und an Dich wende ich mich durch den Propheten Muhammad, den Propheten der Barmherzigkeit. O Muhammad! Durch dich wende ich mich an Gott, auf dass Er mir mein Augenlicht wiedergebe. O Gott! Mache ihn zu meinem Fürsprecher!'"

Der Mann tat, wie der Gesandte ihn geheißen hatte und konnte fortan wieder sehen.[7]

Das Tierreich bestätigte den Gesandten Gottes an und half ihm dabei, Wunder zu wirken. Auch wenn viele Beispiele von dieser Tatsache künden, sollen hier nur einige wenige Erwähnung finden, die besonders bekannt geworden und von anspruchsvollen Gelehrten anerkannt worden sind:

  • Als der Gesandte Gottes einmal während der Hidschra in der Höhle Thawr Zuflucht vor der Verfolgung durch die Ungläubigen suchte, bewachten zwei Tauben (wie zwei Wachposten) den Eingang der Höhle, und eine Spinne verdeckte (wie ein Pförtner) den Höhleneingang mit einem dicken Netz. Als Ubayy ibn Khalaf, einer der Stammesführer der Quraysch, die Höhle untersuchte, forderten ihn seine Freunde auf, er solle in die Höhle hineingehen, woraufhin er ihnen jedoch entgegnete: "Hier hängt ein dickes Spinnennetz, das schon vor der Geburt Muhammads gesponnen zu sein scheint." Die anderen fügten hinzu: "Würden etwa diese Tauben hier noch verweilen, wenn sich jemand in der Höhle befände?"[8]
  • Dschabir berichtet:

"Ich begleitete den Gesandten Gottes auf einem Feldzug. Als mein Kamel erschöpft war und zurückblieb, stupste der Gesandte Gottes es leicht an. Dadurch wurde das Kamel so schnell, dass ich die Zügel anziehen musste, damit es langsamer wurde und ich dem Gesandten zuhören könnte; aber ich war nicht in der Lage [es langsamer laufen zu lassen]."[9]

  • Anas Ibn Malik schildert:

"Nach der Eroberung Khaybars bot eine Jüdin dem Gesandten Gottes gebratenes Schaf an. Der Gesandte aß ein Stück davon, hielt jedoch einem Bericht Abu Dawuds zufolge sofort inne und bemerkte: Dieses Schaf sagt, es sei vergiftet worden. Dann wandte er sich an die Frau und fragte sie, warum sie ihm das vergiftete Schaf angeboten habe. Als die Frau erwiderte, dass sie ihn habe töten wollen, erwiderte der Gesandte: Gott wird nicht zulassen, dass du mich angreifst und belästigst."[10]

  • Aischa erzählt:

"Wir hatten in unserem Haus eine Taube. Solange der Gesandte Gottes zu Hause war, verhielt sie sich ruhig; aber sobald er das Haus verlassen hatte, lief sie hin und her."[11]

  • Anas Ibn Malik berichtet:

"Der Gesandte Gottes war der anmutigste, großzügigste und mutigste aller Menschen. Eines Nachts hörten die Einwohner Medinas Stimmen und machten sich ängstlich daran nachzuschauen, was los war. Da sahen sie einen Mann, der ihnen entgegenkam und sich schließlich als Muhammad entpuppte. Er sagte zu ihnen: Es gibt nichts, um das man sich Sorgen machen müsste. Er hatte Abu Talhas Pferd bestiegen und die Angelegenheit noch vor allen anderen untersucht. Er wandte sich an Abu Talha und teilte ihm mit: Ich fand dein Pferd schnell und angenehm. Dabei war dieses Pferd doch zuvor immer sehr langsam gewesen. Nach dieser Nacht konnte es kein anderes Pferd mehr mit diesem Pferd aufnehmen."[12]

Vielen Darstellungen in den Hadithsammlungen zufolge bediente sich der Prophet bei seinen Wundern auch unbelebter Objekte:

  • Dschabir ibn Samura erwähnt:

"Der Gesandte Gottes sagte einmal: Vor meiner Prophetenschaft pflegte mir ein Felsen in Mekka seinen Gruß zu entbieten. Ich erkenne ihn noch immer wieder."[13]

  • Abdullah ibn Mas'ud führt aus:

"Wir hörten Nahrungsmittel Gott preisen, während wir mit dem Gesandten Gottes aßen."[14]

  • Überlieferer berichten übereinstimmend von Anas, Abu Hurayra, Uthman und Sa'id ibn Zayd, die sagten:

"Der Gesandte Gottes stieg in Begleitung von Abu Bakr, Umar und Uthman auf den Berg Uhud. Der Berg erzitterte - entweder vor Ehrfurcht vor ihnen oder vor Freude. Der Gesandte Gottes befahl ihm: Beruhige dich, Uhud! Denn auf dir stehen ein Prophet, ein Wahrheitsliebender und zwei Märtyrer."[15]

Mit diesem Ausspruch sagte der Gesandte den Märtyrertod Umars und Uthmans voraus.

  • Authentische Darstellungen von Ali, Dschabir und Aischa konnten den Nachweis erbringen, dass Felsen und Berge zum Gesandten Gottes sprachen: "Friede sei mit dir, Gesandter Gottes!" Ali sagte: "Immer wenn wir in den ersten Tagen seiner Prophetenschaft in den Vororten Mekkas spazieren gingen, erklärten Bäume und Felsen, wenn wir an ihnen vorbeigingen: ‚Friede sei mit dir, Gesandter Gottes!'"[16]
  • Verschiedene Kanäle überliefern folgendes Ereignis:

Während des Feldzugs gegen die Ghatfan und die Anmar tauchte an der Seite des Gesandten Gottes, der gerade unter einem Baum lag, ganz unerwartet ein mutiger Stammesführer namens Ghowras auf. Er zog sein Schwert aus der Scheide und fragte Gottes Gesandten: "Wer wird dich nun vor mir schützen?" Gott!, antwortete der Gesandte. Dann betete er: O Gott, schütze mich so vor ihm, wie Du es für richtig hältst! Im selben Moment ging Ghowras zu Boden, und sein Schwert fiel ihm aus der Hand. Der Gesandte Gottes nahm das Schwert an sich und fragte ihn: Und wer wird dich nun vor mir schützen? Ghowras begann zu zittern und flehte den Gesandten Gottes an, er möge sein Leben verschonen: "Du bist ein edler, nachsichtiger Mann. Nichts anderes als Barmherzigkeit ist von dir zu erwarten." Der Gesandte Gottes verzieh ihm, und als Ghowras zu seinem Stamm zurückkehrte, sagte er zu seinen Leuten: "Ich komme gerade vom besten aller Menschen."[17]

  • Abu Hurayra berichtet:

"Abu Dschahl fragte diejenigen, die um ihn waren, einmal: ‚Reibt Muhammad sein Gesicht immer noch an der Erde [d.h., vollführt er immer noch seine Niederwerfungen im Gebet]?' Man antwortete ihm: ‚Ja, das tut er immer noch.' Abu Dschahl fuhr fort: ‚Bei Lat und Uzza! Wenn ich ihn noch einmal dabei sehe, werde ich auf seinen Nacken treten oder sein Gesicht im Erdboden vergraben.' Kurze Zeit später kam der Gesandte Gottes und begann, sein Gebet zu verrichten. Als er sich im Gebet niederwarf, näherte sich ihm Abu Dschahl, wich aber plötzlich erstaunt zurück und versuchte, sich mit seinen Händen zu schützen. Als er gefragt wurde, warum, antwortete er: ‚Zwischen ihm und mir tut sich ein Graben auf, in dem ein Feuer brennt und etwas Schreckliches und einige Flügel sind.' Gottes Gesandter kommentierte diesen Vorfall so: Wenn er sich mir genähert hätte, hätten ihn die Engel in Stücke gerissen."[18]

Gott hatte versprochen, ihn vor den Menschen zu schützen:

O du Gesandter! Verkünde, was zu dir von deinem Herrn herabgesandt wurde; und wenn du es nicht tust, so hast du Seine Botschaft nicht verkündigt. Und Allah wird dich vor den Menschen schützen. Wahrlich, Allah weist den ungläubigen Leuten nicht den Weg. (5:67)

Auch die Akzeptanz der Gebete Muhammads ist ein Wunder, wie die folgenden Beispiele belegen:

  • Die Hadithgelehrten und insbesondere Imam Bukhari und Imam Muslim berichten übereinstimmend, dass die Gebete des Gesandten Gottes um Regen stets umgehend von Gott erhört wurden. Es kam sogar vor, dass es, noch während er auf der Kanzel stehend seine Hände senkte, unverhofft zu regnen begann. Wann immer den Soldaten des Propheten Muhammad das Wasser ausgegangen war, erschienen Regenwolken und spendeten ihnen Wasser. Schon in seiner Kindheit hatte Muhammads Großvater Abd al-Muttalib mit seinem Enkel um Regen gebetet, der auf Grund der Liebe Gottes zu Muhammad dann auch einsetzte. Diesen Umstand verewigte Abd al-Muttalib in einem Gedicht. Nach dem Tod des Propheten berief sich Umar in seinem Gebet um Regen einmal auf Abbas als Vermittler und sagte: "O Gott! Er ist der Onkel Deines geliebten Propheten. Schenke uns um seinetwillen Regen!" Danach regnete es.[19]
  • Anas ibn Malik erwähnt, dass eines Tages, als der Gesandte Gottes an einem Freitag gerade die Predigt hielt, ein Mann in die Moschee kam und sagte: "O Gesandter Gottes! Es herrscht Dürre. Bitte bete zu Gott, damit Er uns Regen schicke!" Der Gesandte betete, und es regnete bis zum darauf folgenden Freitag. Der Regen dauerte also eine Woche an. Am Freitag, als der Gesandte Gottes wieder auf der Kanzel stand und die Predigt hielt, erhob sich ein Mann und sprach: "O Gesandter Gottes! Bitte bete zu Gott, damit Er den Regen von uns abwende!" Der Gesandte betete:

    O Gott! Schicke den umliegenden Gebieten Regen, uns aber nicht! Anas, der diesen Vorfall überliefert, merkt an: "Bei Gott! Ich sah, wie die Wolken auseinander trieben und der Regen auf andere Gebiete niederging; so waren die Einwohner Medinas dem Regen nicht länger ausgesetzt.[20]

    Anas, der diesen Vorfall überliefert, merkt an: "Bei Gott! Ich sah, wie die Wolken auseinander trieben und der Regen auf andere Gebiete niederging; so waren die Einwohner Medinas dem Regen nicht länger ausgesetzt.[20]
  • Abdullah ibn Umar berichtet:

"Als die Anzahl der Gefährten auf ca. 40 gestiegen war, betete der Gesandte Gottes: O Gott! Verleihe dem Islam Stärke durch denjenigen der beiden, nämlich Umar ibn al-Khattab oder Amr ibn al-Hischam, der Dich eher zufrieden stellt! Am nächsten Morgen kam Umar zum Gesandten und nahm den Islam an."[21]

  • Abdullah ibn Abbas überliefert:

"Als der Gesandte einmal auf der Toilette war, brachte ich ihm Wasser für die Gebetswaschung. Als er herauskam, fragte er, wer das Wasser dorthin gestellt habe. Ich antwortete: ‚Das war ich.' Daraufhin betete er: O Gott! Lasse ihn ein tiefes Wissen in religiösen Fragen erlangen, und lehre ihn die Bedeutung des Koran!"[22]

Dieses Gebet des Gesandten für Ibn Abbas bewirkte, dass jener später ‚der profunde Gelehrte der Umma' und ‚der Exeget des Koran' genannt wurde. Schon in jungen Jahren berief ihn Umar in die beratende Versammlung, die sich sonst aus hochrangigen Gelehrten und den ältesten Gefährten zusammensetzte.

  • Anas ibn Malik schreibt:

"Meine Mutter brachte mich zum Gesandten Gottes und sagte zu ihm: ‚Gesandter Gottes! Dies ist mein Sohn Anas. Lass ihn dir dienen! Bitte bete für ihn!' Der Gesandte betete: O Gott! Schenke ihm reichlich Wohlstand und Nachkommen!"

Im hohen Alter schwor Anas bei Gott: "Ihr seht meinen Reichtum, und die Kinder und Enkelkinder, die ich habe, zählen an die 100."[23]

  • Abu Hurayra beklagte sich einmal beim Gesandten Gottes über seine Vergesslichkeit. Der Gesandte sagte ihm, er solle ein Stück Tuch auf dem Boden ausbreiten. Dann vollführte er einige Bewegungen, als ob er seine Hände mit unsichtbaren Dingen füllte und sie über dem Stück Tuch wieder ausleerte. Nachdem er diese Prozedur drei- oder viermal wiederholt hatte, forderte er Abu Hurayra auf, er solle das Tuch aufheben. Dieser schwor später bei Gott, dass er danach niemals wieder irgendetwas vergaß. Auch diese Begebenheit gehört zu den weithin bekannten Ereignissen, die in Zusammenhang mit den Gefährten stehen.[24]

Außerdem traf der Prophet mit Engeln und Dschinn zusammen und sprach mit ihnen.

  • Umar führt aus:

"Wir saßen mit dem Gesandten Gottes zusammen, als neben uns ein Mann erschien. Er hatte pechschwarzes Haar und trug ein weißes Gewand. Nichts an ihm ließ darauf schließen, dass es sich bei ihm um einen Reisenden handelte. Er setzte sich vor dem Gesandten nieder, ließ seine Knie die des Gesandten berühren und stellte ihm Fragen zum Glauben, zum Islam, zur Vervollkommnung der Tugend (Ihsan) und zum Jüngsten Tag. Anschließend ging der Mann fort und verschwand. Der Gesandte Gottes wandte sich an mich und fragte mich, wer dieser Mann gewesen sei. Ich antwortete ihm: ‚Gott und Sein Gesandter wissen es besser.' Der Gesandte stellte fest: Das war Gabriel. Er kam, um euch eure Religion zu lehren."[25]

  • Sa'd ibn Abi Waqqas erzählt:

"Bei der Schlacht von Uhud sah ich rechts und links neben dem Gesandten Gottes zwei in Weiß gekleidete Männer (die Erzengel Gabriel und Michael), die für seine Sache kämpften. Ich hatte sie nie zuvor gesehen und sah sie auch danach nie wieder."[26]

  • Rifa'a ibn Rafi' schildert:

"Gabriel fragte den Gesandten Gottes nach seinem Urteil über die Gefährten, die an der Schlacht von Badr teilgenommen hatten. Der Gesandte antwortete ihm: Wir zählen sie zu den tugendhaftesten der Muslime. Gabriel erwiderte: ‚Das trifft auch auf uns zu; wir betrachten die Engel, die dort anwesend waren, als die tugendhaftesten Engel.'"[27]

  • In seinem Werk Musnad überliefert Ahmad ibn Hanbal von Abdullah ibn Mas'ud, dass der Gesandte Gottes Dschinn dazu einlud, den Islam anzunehmen, und sie den Koran lehrte.[28]

Darüber hinaus vollbrachte der Prophet auch Wunder, bei denen das Erscheinen von unsichtbaren Objekten und Sphären vor dem Propheten eine Rolle spielte.

  • Aischa berichtet:

"Eines Tages hatte sich die Sonne verfinstert. Der Gesandte Gottes verrichtete das Gebet der Sonnenfinsternis und erklärte dann:

Die Sonne und der Mond sind zwei der Zeichen Gottes . Wenn ihr Zeuge einer Finsternis werdet, dann betet, bis sie beendet ist. Bei Gott! Dort, wo ich das Gebet verrichtet habe, habe ich alles, was mir verheißen wurde, gesehen. Als ihr mich während des Gebets nach vorn bewegen saht, tat ich dies, um nach Trauben zu greifen, die aus dem Paradies vor mir auftauchten. Und bei Gott! Als ihr mich rückwärts bewegen saht, da tat ich dies, weil ich die Hölle sah, wie sie brüllte und sich mit ihren Teilen eines über das andere stapelte."[29]

  • Abdullah ibn Abbas berichtet:

"Der Gesandte Gottes ging an zwei Gräbern vorbei und sagte: Gebt Acht, was ich euch sagen werde! Diejenigen, die in diesen Gräbern liegen, leiden Qualen. Sie leiden Qualen, weil sie zwei schwere Sünden begangen haben. Einer von ihnen pflegte andere überall zu verleumden. Der andere ließ keine Sorgfalt [hinsichtlich seines Schutzes] vor Urinflecken walten."[30]

Selbst unbelebte Objekte wie Bäume und Zweige bezeugen die Prophetenschaft Muhammads.

  • Dschabir ibn Abdullah führt aus:

"Wir gingen mit dem Gesandten Gottes spazieren. Wir wanderten in ein großes Tal hinab. Der Gesandte suchte nach einem Platz, um sich auszuruhen. Als er sah, dass es nicht einen einzigen geschützten Platz gab, ging er zu den beiden Bäumen, die er im Tal gesehen hatte. Er zog einen der beiden an einem Zweig, der zum anderen Baum hinüber wuchs. Der Baum reagierte wie ein folgsames Kamel, das an seinen Zügeln geführt wird. Dann wandte er sich mit den Worten an die Bäume: Verbindet euch mit Gottes Erlaubnis über mir! Die Bäume schoben ihre Äste ineinander und bildeten einen Sonnenschirm."[31]

  • Abdullah ibn Umar berichtet:

"Der Gesandte Gottes pflegte sich bei seinen Reden an einen ‚Dattelpalmstamm' genannten Pfahl zu lehnen. Als man später eine Kanzel baute und der Prophet dazu überging, seine Reden auf dieser Kanzel zu halten, stöhnte der Pfahl auf Grund seiner Trennung vom Propheten. Da stieg der Gesandte hinab und streichelte ihn. Der Pfahl hörte auf zu stöhnen."[32]

  • Abu Sa'id al-Khudri berichtet:

"In einer finsteren Nacht überreichte der Gesandte Gottes Qatada ibn Nu'man einen Stock und sagte: Dieser Stock wird deine Umgebung im Umkreis von sieben Metern erhellen. Wenn du nach Hause kommst, wirst du einen schwarzen Schatten sehen. Schlage ihn mit diesem Stock, ohne ihm die Gelegenheit zu geben, dir irgendetwas mitzuteilen! Qatada tat, wie ihn der Gesandte Allahs geheißen hatte."[33]


[1] Bukhari, Manaqib, 27; Muslim, Kitab Sifat al-Munafiqin wa Ahkamihim, 44
[2] Bukhari, Ayman, 22; Muslim, Aschriba, 142
[3] Bukhari, At'ima, 6; Muslim, Aschriba, 175 Bukhari, At'ima, 6; Muslim, Aschriba, 175
[4] An-Nasa'i, 1.60; Bukhari, 4,233; Muslim, Hadith Nr. 2279
[5] Bukhari, Schurut, 15
[6] Bukhari, Fada'il as-Sahaba, 9; Muslim, Fada'il as-Sahaba, 34
[7] At-Tirmidhi, Da'wat, 119; Ibn Hanbal, 4.138; Ibn Madscha, Iqama, 189
[8] Ibn Hanbal, 1.348
[9] Bukhari, Nikah, 10,22
[10] Muslim, Salam, 45; Abu Dawud, Diyat, 6
[11] Ibn Hanbal, Musnad, 4,112
[12] Bukhari, Adab, 39; Muslim, Fada'il, 48; Ibn Hanbal, 3.147
[13] Muslim, Fada'il, 2; Darimi, Muqaddima, 4
[14] Bukhari, Manaqib, 25; Ibn Hanbal, 1.460
[15] Muslim, Fada'il, 50
[16] At-Tirmidhi, Hadith Nr. 3630; Hakim, 2.607
[17] Bukhari, Maghazi, 31,33; Muslim, Fada'il, 13
[18] Muslim, Sifat al-Munafiqin, 38
[19] Bukhari, 2.35; Bayhaqi, Sunan, 6.147
[20] Bukhari, Istisqa', 7; Muslim, Istisqa', 1
[21] At-Tirmidhi, Manaqib, 18; Ibn Hanbal, Musnad, 2.95
[22] Bukhari, Ilm, 17; Muslim, Fada'il, 137
[23] Muslim, Fada'il, 143
[24] Muslim, Fada'il, 159
[25] Bukhari, Iman, 37
[26] Bukhari, Maghazi, 18; Muslim, Fada'il, 46-47
[27] Bukhari, Maghazi, 11
[28] Ibn Hanbal, 1.455
[29] Bukhari, Abwab al-Amal fi-s-Salat, 2; Muslim, Kusuf, 3
[30] Bukhari, Adab, 46; Muslim, Tahara, 3
[31] Muslim, Zuhd, 74 Muslim, Zuhd, 74
[32] Bukhari, Manaqib, 25; At-Tirmidhi, Manaqib, 6; An-Nasa'i, Dschumu'a, 17
[33] Ibn Hanbal, Musnad, 3.65

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