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Politik

Geschrieben von Fethullah Gülen am . Veröffentlicht in Perlen der Weisheit

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Die Politik ist die Kunst, die Geschäfte eines Volkes auf eine Art und Weise zu verwalten, die sowohl Gott als auch den Menschen gefällt. So lange eine Regierung die Menschen vor dem Bösen und vor Unterdrückung beschützt, darf sie durchaus als politisch erfolgreich und viel versprechend betrachtet werden. Wenn ihr dies jedoch nicht gelingt, darf sie nicht länger an der Macht bleiben. Sonst wird sie Chaos und Schmähungen zurücklassen.

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Eine gute Verwaltung und Politik zeichnet sich dadurch aus, dass sie unveräußerliche Rechte anerkennt, das Recht achtet und die Verantwortung des Einzeln betont. Weiterhin hievt sie verantwortungsbewusste Menschen in führende Positionen und wählt erfahrene Menschen für heikle und schwierige Missionen aus.

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Dass die Regierung sagt: „Mein Volk!, ist wichtiger, als dass das Volk sagt: „Meine Regierung!". Wenn das Volk die Regierung für eine Ansammlung von Parasiten hält, heißt das, dass der Körper sich schon lange vom Kopf getrennt hat.

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Eine Regierung verspricht Gerechtigkeit und öffentliche Ordnung. Wo diese nicht existieren, kann auch keine Rede davon sein, dass eine Regierung im Amt ist.

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Wenn die Verantwortlichen, die einen guten und rechtschaffenen Staat leiten, auf Grund der Aufrichtigkeit ihres Geistes und ihrer Ideen und Gefühle ausgewählt werden, wird dieser Staat bedeutungsvoll und stark bleiben. Eine Regierung hingegen, die von Beamten geführt wird, die diese Qualitäten vermissen lassen, ist zwar nach wie vor eine Regierung, jedoch keine gute und dauerhafte. Früher oder später wird sich das fehlerhafte Handeln ihrer Beamten als schwarzer Streifen auf ihrem Antlitz abzeichnen und die Augen ihrer Bürger trüben.

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Staatsbeamte sollten entgegenkommend und offenherzig sein und sich dem Recht verpflichtet fühlen. Diese Eigenschaften werden ihnen persönlich, aber auch ihren Staaten und deren Gesetzen zu Wertschätzung und Ehre verhelfen. Man sollte nicht vergessen, dass extreme Härte unerwartete Explosionen nach sich zieht und extreme Duldsamkeit Unheil bringende Ideen fördert.

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Gesetze sollten zu jeder Zeit an jedem Ort und für jeden Menschen gelten. Diejenigen, die sie durchsetzen, sollten mutig und gerecht sein, und die Masse sollte ihnen mit Ehrfurcht begegnen. Sie sollte sich aber nicht so sehr vor ihnen fürchten, dass sie ihnen nicht länger trauen und sich nicht mehr sicher unter ihnen fühlen.

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Große Staaten bringen großartige Regierungen hervor. Es sind jene Generationen, die sich ebenso durch große Spiritualität, wissenschaftliche Stärke, finanzielle Möglichkeiten und ein weites Bewusstsein auszeichnen wie durch Individuen, die dafür kämpfen, sie selbst zu sein, welche große Staaten begründen.

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Die Einheit von Gefühlen, Gedanken und Kultur ist für die Stärke eines Volkes von entscheidender Bedeutung. Jede Erschütterung der religiösen und moralischen Einheit führt zu einer Schwächung.

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Jedes Vorgehen hat seinen eigenen Weg. Der Weg zur Erneuerung eines Staatswesens führt darüber, das eigene Vergnügen zu ignorieren, Freude nur dann zu empfinden, wenn das Volk Freude empfindet, und nur dann zu trauern, wenn das Volk trauert.

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Reife Menschen lassen es nicht zu, dass aus unterschiedlichen Gedanken und Meinungen ernsthafte Konflikte entstehen. Andererseits steht jedoch niemandem das Recht zu, Auffassungen und Sichtweisen zu tolerieren, die einen Keil zwischen die Menschen treiben und die Gesellschaft zerstören. Wer Spaltung billigt, verschließt seine Augen vor dem Untergang des Staates.

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Menschen, die nicht so denken wie du, können sehr wohl aufrichtig und produktiv sein. Also widersetzte dich nicht allen Ideen, die deinen eigenen zu widersprechen scheinen. Suche nach Wegen, von den unterschiedlichen Ansichten und Ideen der Menschen zu profitieren, und rede mit ihnen. Andernfalls werden jene, die auf Distanz gehalten und frustriert werden, weil sie nicht so denken wie wir, bald große Massen bilden, die sich uns gegenüberstellen und uns zerschmettern. Selbst wenn diese Menschen nichts Positives zu Stande gebracht haben mögen, liegt die Zahl der Staaten, die sie zerstört haben, doch unermesslich hoch.

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Die Menschen müssen lernen, wie sie vom Wissen anderer und von jenen Ideen profitieren, die ihrem eigenen System und Denken und ihrer eigenen Welt nützlich sind. Niemand sollte vergessen, auf den Erfahrungsschatz der Erfahrenen zurückzugreifen.

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Wer unter Politik politische Parteien, Wahlkampf, Wahlen und den Kampf um die Macht versteht, liegt falsch. Die Politik ist die Kunst einer Verwaltung, die auf der Gegenwart, der Zukunft und dem Jüngsten Tag basiert - einer Verwaltung, die die Zustimmung der Menschen und das Wohlwollen Gottes findet.

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Die Dominanz der Macht ist vergänglich, während die Dominanz der Wahrheit und der Gerechtigkeit ewig währen wird. Und selbst wenn jene heute noch nicht herrschen mögen, werden sie doch in naher Zukunft siegreich sein. Aus diesem Grunde sollten aufrichtige Politiker sich und ihre Politik an Wahrheit und Gerechtigkeit ausrichten."

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